9. September 2018

Die Schattenseite der E-Scooter Sharing Economy

Wer schon einmal in den USA unterwegs war, weiss, wie sehr sich Städte in der Infrastruktur von deutschen bzw. europäischen Städten unterscheiden. Der öffentliche Nahverkehr ist in der Regel eine Katastrophe, Fahrräder sind – abgesehen von Freizeit- und Urlaubsgegenden – selten gesehene Teilnehmer im Straßenkehr und irgendwie ist eh alles auf Autos ausgelegt.

Da kommen die E-Scooter Start-Ups wie Bird und Lime eigentlich gerade recht, um einen wichtige Lücke in der Mobilität zu schließen. Dass das Ganze aber auch nach hinten los gehen kann zeigen verschiedene Berichte über verwahrloste E-Scooter aus Kalifornien:

Welche Probleme haben Bird E-Scooter in den USA?

Das E-Scooter Geschäftsmodell Bird besteht daraus, Hunderte von E-SCootern in eine Stadt zu werfen und dann zu hoffen, dass die Leute sie benutzen werden. Trotz der enormen finanziellen Bewertungen der Start-ups war dieser Ansatz nicht immer erfolgreich – oder nach dem Geschmack der Bewohner.

Bird zog sich bereits einen Tag nach dem Start aus Louisville, Kentucky, zurück, weil die Roller ohne irgendjemanden zu fragen in der Stadt platziert wurden. Das Unternehmen kehrte mit einem kurzfristigen Vertrag auf die Straßen der Stadt Kentucky zurück. Ähnlich hat Nashville Anfang des Jahres einen Unterlassungsaufruf eingereicht, in dem es hieß, dass die Bird Nutzer die E-Scooter einfach auf den Bürgersteigen verwahrlosen lassen würden. Und San Francisco verbot die E-Scooter zugunsten eines Genehmigungsprogramms für eine Handvoll Rollerfirmen, um gegen die wachsende Zahl von Fahrzeugen vorzugehen, die die Straßen der Stadt verstopfen.

E-Scooter statt Fährräder in Deutschland?

Die Probleme von Bird in den USA klingen 1:1 nach dem Phänomen Obike, das man seit gut einem Jahr in deutschen Metropolen beobachten konnte. Im Fall Obike wurden ebenfalls ohne Erlaubnis Fahrräder in Städten wie z.B München platziert, was ebenfalls ohne Einwilligung der Bürger oder Behörden geschehen ist. Die Obikes sind mittlerweile zu regelrechten Kunstwerken verkommen, so sieht man an vielen Stellen Fahrräder in Bäumen, Hecken oder auf Zäunen hängen. Die Stadt München schätzt die Zahl der Fahrräder auf ca. 5000.

 

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